Der „Etwas andere Adventbasar“ von Sankt Paulus

Not macht erfinderisch

Der „Etwas andere Adventbasar“ von Sankt Paulus

Im April haben die „Basarmädels“ unter Corona-Auflagen begonnen für den Adventbasar zu basteln. 

Man traf sich einmal die Woche. Sie dachten, bis Ende November ist noch lange hin, 

bis dahin ist Corona lange besiegt und es kann im Winter der alljährliche Adventbasar stattfinden. 

Die niedrige Zahl der Infizierten im Sommer ließ die Hoffnung auf Normalität weiter steigen.

Dennoch war die Motivation zu basteln nicht wie in den Jahren davor. Es fehlten Ideen und Bastelwillige. 

Dann kam die zweite Welle. Die Corona-Zahlen stiegen wieder stark an. 

Also wurde nach Möglichkeiten gesucht, den Basar trotzdem stattfinden zu lassen. 

Es wurde geplant, Tische mit den Bastelarbeiten draußen um die Kirche herum aufzubauen und den Besucherverkehr durch eine Art Einbahnstraße zu lenken.

Auch sollte die Besucherzahl beschränkt werden. Die Fallzahlen an Covid-19-Infizierten stiegen jedoch weiter und so musste der Plan verworfen werden.

Inzwischen waren aber viele schöne Bastelarbeiten fertiggestellt. Auch war allen bewusst, 

dass vor allem in diesem Jahr Spenden besonders notwendig sind, damit Not gelindert werden kann. 

Bisher wurden jedes Jahr einige Projekte mit diesem Einsatz unterstützt und wollten es die „Basarmädels“ auch in diesem Jahr tun.

So kam die Idee zu dem „Etwas anderen Adventbasar“ auf. 

Dieser sollte in den Bastelräumen stattfinden, so bauten sie dort ihre vielfältigen Handarbeiten auf, 

dekorierten weihnachtlich und bereiteten Musik für eine entspannende Atmosphäre vor. Wer zu dem Basar kommen wollte, machte einen ½-stündigen Termin mit einem der Basarmädels aus und kam allein oder mit Mitgliedern aus seinem Haushalt. 

Natürlich wurden Desinfektionsmittel und Mundschutz zur Verfügung gestellt und die Räume regelmäßig gelüftet. 

Leider fielen von den wenigen Basarmädels noch zwei aus. Eine erkrankte an Corona und eine brach sich ein Bein. 

Die verbliebenen Bastelmädels ließen sich jedoch nicht entmutigen und hielten das Ziel im Auge, 

Menschen vor Ort eine Zeit der Freude auf Weihnachten zu schenken und Geld einzunehmen, um Menschen zu unterstützen. 

Und so haben sie es trotz der besonderen und angespannten Situation geschafft, den „Etwas anderen Adventbasar“ stattfinden zu lassen. 

Die Besucher waren begeistert. Sie freuten sich über die vielen schönen, selbstgemachten Weihnachts- und Deko-Artikel und die vorweihnachtliche Atmosphäre. 

Sie bekamen die Möglichkeit ohne Gedränge und Angst vor Ansteckung einzukaufen, was für viele dieses Jahr einmalig war. 

Auch die Spendenbereitschaft der Besucher war groß.

Inzwischen sind beide erkrankten Basarmädels wieder gesund und so freuen sich alle gemeinsam, dass 

  • das Nikolaus-Haus in Tansania

  • Pater Franke auf den Philippinen

  • das Spatzennest in Essen 

  • und auch das neue PaulusHaus

mit einem schönen Betrag unterstützt werden kann.

Vielen Dank allen, die dieses Anliegen in dieser schwierigen Zeit unterstützt haben und damit ein Lächeln in viele Gesichter zauberten.

Mit lieben Grüßen, Basarmädel Monika 

Förderverein St. Josef-Frintrop e.V. seit 15 Jahren agil

Kurs halten im Wind der Veränderung


Förderverein St. Josef-Frintrop e.V. seit 15 Jahren agil

Als 2005 die Frage nach einer neuen Pfarreistruktur im Bistum Essen konkret wurde, machte man in Frintrop Nägel mit Köpfen. Die Perspektive auf 2030 im Sinn war es klar, dass finanzielle und personelle Mittel drastisch knapper werden mussten. Insofern wurde auf Initiative von Pfarrer Wolfgang Haberla ein Förderverein gegründet, um das Gemeindeleben rund um den denkmalgeschützten Kirchturm von St. Josef in Frintrop geldlich abzufedern. Und der Wind der Veränderung wehte nicht nur, es wurde ein ausgemachter Sturm, der das Bistum Essen und die Katholische Kirche in Gänze erfasst hat. Und natürlich auch Pfarrei und Gemeinde St. Josef, Frintrop.

Die Mitgliederversammlung am 21. August 2020 war dennoch von vorsichtigem Optimismus geprägt. Der Vorstand konnte stolz davon berichten, dass sich die Mitgliederzahlen in 2020 sehr erfreulich gesteigert haben. Die Basis der Förderung wurde damit ausgebaut. Die Finanzmittel zur Unterlegung des gemeindlichen Lebens in 2019, aber auch im von der Pandemie geprägten Kalenderjahr 2020, konnten nachhaltig fortgesetzt werden. Verbandsarbeit, Kirchenmusik, Bücherei, Pfadfinderschaft, Ministranten und auch Infrastruktur wie die Orgel konnten bedacht werden. Seit Gründung konnte so ein sechsstelliger Betrag in die Förderung der Gemeinde einfließen, berichtete der Vorstand. Dabei erfährt der Verein Rückenwind durch die St. Josef-Frintrop-Stiftung, die der Vorstand 2008 auf den Weg gebracht hat und in Personalunion managt. Deren Ausschüttungen füttern die Förderkraft des Vereins.

Die Mitgliederversammlung nahm den Vorstandsbericht interessiert entgegen und erteilte Entlastung. Für die kommenden drei Jahre entschieden sich die Mitglieder für Kontinuität. Kurs im Wind der Veränderung soll der seit Gründung amtierende Vorstand halten: Karl Köttler als Schatzmeister, Dr. Herbert Fendrich als Schriftführer, Peter Winkel als stellvertretender und Arnd Brechmann als Vorsitzender mögen agil weiterwirken. Ein Album der Ruhrlegende Herbert Grönemeyer gibt dabei den Trend unbestritten vor: „Bleibt alles anders!“

A. Brechmann

Interview mit Korbinian Labusch

Interview mit Korbinian Labusch

Hallo Herr Labusch!

Sie sind das jüngste Pastoralmitglied in unserer Gemeinde und haben Ihren Dienst bei uns im Juli 2019 angetreten. Einige haben Sie bis heute noch nicht zu Gesicht bekommen. Seien Sie doch bitte einmal so nett und geben unseren Gemeindemitgliedern einen kleinen Steckbrief ihrer Person an die Hand.

Steckbrief? Auf das Kopfgeld bin ich dann aber gespannt … 

Sie kommen aus dem Sauerland hier ins Ruhrgebiet. War das für Sie ein kultureller Schock?

Nein. Ich selbst bin geprägt durch mehrere Mentalitäten: Mein Vater kommt aus Ostpreußen, meine Mutter aus Bayern, meine Frau aus Dresden, ich habe lange Zeit in Baden-Württemberg und Bayern gelebt und studiert (ich bin „im ersten Leben“ Historiker für Zeitgeschichte), dann gab es noch weitere Umzüge nach Berlin und später dann nach Münster zum Theologie-Studium. Und dann hat mich auf meinem Glaubensweg sehr die franziskanische Haltung geprägt: weltoffen, interessiert am vielfältigen Menschenleben  … - da kommt mir der bunte, pulsierende Ruhrpott gerade recht!

Wenn ich so drüber nachdenke: „Schockierte Menschen“ habe ich eigentlich immer nur dann gesehen, wenn Leute aus dem Ruhrpott zu uns ins Märkische Sauerland gekommen sind. Die haben dann immer so komische Fragen gestellt: „Ist das hier immer so kalt?“, „Wann wird die Sonne wieder scheinen?“,„Wozu braucht ihr das ganze Holz?“, „Redet ihr immer so wenig?“, „Wann kommt der Bus zurück? Ich will hier wieder weg! – Was?? Wirklich erst nächste Woche?!“ …

Ihre letzte Stelle, bevor Sie zu uns kamen, war in Duisburg. Was haben Sie dort gemacht?

Kulturen bestaunt. Es ist ein faszinierender Ort, der sich permanent wandelt. Wir haben in der Nähe der Bahnlinie gelebt, die sogenannte „Neuen Seidenstraße“ etwa war für uns durch das beobachtbare Anwachsen der Containerware aus China tatsächlich sichtbar.

Beruflich war ich als Pastoralassistent in einer sogenannten „Brennpunktschule“ im Religionsunterricht tätig. Eine sehr spannende Zeit. Darüber hinaus war ich in meiner  Ausbildungspfarrei in der Seelsorge tätig. Hauptsächlich beschäftigte mich dort das Thema „Pfarrei-Entwicklungsprozess“ (PEP), die Frage: „Wie kann eine große Pfarr-Einheit aus über sieben Gemeinden zusammenwachsen?“ Und schließlich kamen noch die Ausbildungswochen in Münster hinzu, da bin ich viel hin- und hergependelt. 

Ach ja! Und unsere beiden Kinder kamen auch noch zur Welt! ?

Was war ihr erster Eindruck, als Sie in unsere Pfarrei kamen?

„Prima! Hier kann ich Fahrrad fahren!“ – Das war mein erster Gedanke. Für uns war klar, dass wir hierher ziehen würden, mitten hinein ins Pfarrgebiet. In Duisburg musste ich erst immer gut 14 Kilometer Anfahrt zurücklegen, inklusive Rhein-Überquerung. Das war auf Dauer ein bisschen anstrengend.

Wie Sind Ihnen die Christen hier vor Ort entgegengekommen. Gab es da eher Skepsis oder eher eine positive Unvoreingenommenheit?

Ich hatte von Anfang an ein sehr gutes Gefühl, mit allen Menschen, die ich hier kennengelernt habe. Nicht nur ich, meine gesamte Familie konnte hier sehr gut „ankommen“. Wir fühlen uns sehr wohl,  dafür bin ich dankbar. Das ist ja keine Selbstverständlichkeit. 

Worin genau liegen die Unterschiede 

zwischen einem Gemeindereferenten, so wie es Herr Rickers war und einem Pastoralreferenten?

Zum einen im Weg der Ausbildung: Ich habe Theologie studiert, genauso wie ein Priester das auf seinem Weg tun muss. Die Ausbildungswege der Gemeindereferent*innen sind da andere. Zum anderen gibt es viele gesamtpfarrliche und über die Pfarrei hinausgreifende Aufgaben, für die die Pastoralreferenten herangezogen werden. 

Ich sehe aber mehr die Gemeinsamkeiten der Berufsbilder. In unserem Bistum gehen wir daher auch eher den Weg, die gemeinsame Bezeichnung „Seelsorger“ oder „Seelsorgerin“ zu verwenden. Ich halte das für sinnvoll.

Wie erfährt man eigentlich, dass es solch eine Stelle in den Bistümern gibt, oder gibt es in den einzelnen Bistümern dazu Unterschiede?

Soviel ich weiß, gibt es das Berufsbild nicht in allen Bistümern Deutschlands. Außerhalb des deutschsprachigen Raumes gar nicht. 

Ich selbst habe während des Studiums den Beruf näher kennengelernt. Es gab da spezielle Info-Veranstaltungen seitens der Bistümer. Mir persönlich hat es sehr gut gefallen, dass unser Bistum Essen die Herausforderungen der Gegenwart für Kirche und Glaube aktiv angehen will, in einem lang angelegten „Zukunftsdialog-Prozess“. Das finde ich spannend, - und richtig! 

Ich habe die Hoffnung, dass sich Kirche als „Communio“, als Gemeinschaft auf dem Glaubensweg erfährt. Wie eine in sich verschiedene Gruppe von Menschen, die sich aber miteinander in einem betenden Kommunikationszusammenhang begreift. Klingt kompliziert, oder? … 

Ich meine einfach, dass da etwas viel Subtileres, Feineres aber auf Dauer Stabileres ist, als sich etwa nur über einen konkreten, einen „echten“, „festen“ Kirch-Ort zu definieren (dieses bekannte „Das ist mein Turm!“-Denken, womöglich noch garniert mit „Und da drinnen habe ich meinen festen Sitzplatz!“). Ich habe erfahren, dass dies das tragfähigere Modell von Kirche ist. Es ist ortsunabhängig.

Es braucht natürlich Orte, an denen wir unseren Glauben leben. Aber diese Orte entstehen nur durch den gelebten Glauben der Menschen auf diesem Weg. Die Orte sind Wirkung, nicht Ursache des Glaubens. Und auf diese Ursache möchte ich mich konzentrieren.

Mittlerweile haben Sie alle Prüfungen abgelegt und sind von unserem Bischof entsendet worden. Dazu von uns allen unsere herzlichste Gratulation!

Dankeschön! Das Lernen aber geht auf diesem Weg zum Glück weiter … 

Haben Sie während ihrer Ausbildung einmal in Erwägung gezogen, die Priesterweihe in Betracht zu ziehen?

Nein. Auf meinem Weg habe ich lange mit mir gerungen, ob ich in einen Orden eintreten würde. Da ging es mehr um die Frage: „Zu welcher Form von Gemeinschaft werde ich gerufen?“ Gott sei Dank war diese Frage beantwortet, als meine Frau und ich uns gefunden hatten. Und die Zölibats-Regelung ist dann ja eindeutig, das hat während meiner Ausbildung zum Pastoralreferenten keine Rolle mehr gespielt. Was die Zukunft in der Frage des Zölibates bringen wird, weiß man heute nicht. Ich lasse mich davon aber auch nicht aus der Ruhe bringen. Ich für mich spüre deutlich, dass ich auf diesem Wege hier dem entspreche, was ich meine Berufung nenne. Und dieser Weg wird immer bunter und schöner.

Wichtig finde ich heute die Fragen: 

  1. Wie können wir Christen alle unserer Berufung zum königlichen, prophetischen und priesterlichen Volk Gottes am besten entsprechen - je individuell?

  2. Wie kann die Institution Kirche, mit ihren konkreten Berufsbildern und Ämtern dabei helfen, unterstützen und dienen?

  3. Wie können die Ämter und Berufsbilder dafür weiterentwickelt werden?

Alle diese Fragen werden ja aktuell auf dem sogenannten „Synodalen Weg“ behandelt. Spannende Zeiten, oder?

Was war als Jugendlicher Ihr Traumberuf?

Ich glaube, mit meiner Wahl zum Historiker habe ich tatsächlich meinen Traumberuf erwählt. Allerdings ging der Weg dann noch weiter… das sollte man sich für das Leben merken! ?

Wie stehen Sie persönlich zu den ganzen Kirchenschließungen?

Es ist nie ein Zeichen des Triumphes, eine Kirche zu schließen. Aber vielleicht werden dafür Gebetsorte in den Herzen aufgemacht? Das kann man von außen nicht sehen …

Als z.B. „meine“ Gemeindekirchen im Sauerland abgerissen bzw. verkauft wurden, hatte das auf mich als Jugendlichen eigentlich keinen Einfluss mehr gehabt, denn in dieser Zeit war ich selbst innerlich recht weit von der Kirche entfernt. Auch bleibende Gotteshäuser hätten da nicht geholfen.

Später, als ich selbst begann, ein bewusstes Gebetsleben zu führen, da wurde die Kirche für mich zum ersten Mal überhaupt erst „errichtet“, - als Lebens-Realität in mir! „Örtlich“ war ich da aber entweder gerade auf einsamen Waldlichtungen oder mit Menschen in besonders herausfordernden Situationen. Ich glaube, deshalb halte ich persönlich z.B. die franziskanische Spiritualität für eine sehr tragfähige. Sie verdeutlicht mir den jesuanischen Weg, den Glaubensweg als Zusammenhang von innerem Hören, Angerufen-Werden und tastendem Antworten. Darauf vertrauend, diesen Weg nicht alleine zu gehen.

Ich spüre immer deutlich die Gegenwart Gottes in unseren katholischen Kirchen, wie das Ewige Licht es ja auch anzeigt. Dennoch sollten wir keine Angst haben, die Gebäude auch wieder loszulassen. Sie sollen uns doch nur dabei helfen, dies zu glauben: „Der Herr ist die Tür. Er ist selber das Haus. In ihm sei willkommen, - in ihn geh hinaus!“

Ich denke wirklich, „Kirche-Sein“ sollte man zuerst begreifen als eigenen, geistlichen Weg. Dieser wird dann zu einer Gemeinschaft führen, das ist immer so! Haben wir den Mut, dabei nicht so sehr auf Orte und Gebäude zu schauen. Genauso, wie ich nicht zuerst auf das Alter, die Kleidung, die soziale Herkunft, die Hautfarbe oder die Sprechweise meiner Brüder und Schwestern auf diesem Weg schauen sollte, sondern auf ihr Herz.

Papst Franziskus hat vor nicht allzu langer Zeit gesagt, dass es keine Kirchenschließungen geben, und dass in jeder Kirche Gottesdienste gefeiert werden sollen. Papst Franziskus steht auf dem Standpunkt, dass Laien keine Gottesdienste, bzw. Wortgottesfeiern leiten sollen. 

Wie empfinden Sie die Situation persönlich und wie sind ihre Erfahrungen damit hier vor Ort?

Daran sieht man, dass die Frage uns als Kirche weltweit bewegt. Tatsächlich ist das ja eine große Frage: Wie kann Kirche durch das nächste Jahrhundert, das nächste Jahrtausend weiter pilgern? In welchen konkreten institutionellen Erscheinungsformen? Man ringt hier um den besten Weg … und das Ringen wird nicht aufhören.

Jedenfalls glaube ich: wenn weltweit alles so aufgestellt wäre, wie hier in dieser Pfarrei St. Josef in Essen, dann würde der Papst sicherlich anders reden. Er wäre entspannter in dieser Frage. ?

Finden Sie es gut, dass in der Gemeinde St. Paulus ein ökumenisches Gemeindezentrum entstehen soll? 

Das ist ein sehr gutes und wichtiges Signal. Es passt auch sehr gut zu dem offenen Geist dieser lebendigen Gemeinde.

Ich freue mich aber auch darauf, zusammen mit der Gemeinde neue Felder in der Pfarrei zu erschließen, auf denen sich der „machtvolle“ Paulus-Geist austoben kann. Ich bin gespannt, welche „Kirche der Möglichkeiten“, oder welche „Möglichkeiten der Kirche“ wir in unserer Pfarrei dadurch noch erleben werden … ?

Und dann der Umbau der Kirche zu einem Hospiz. Kann aus ihrer Sicht da dann noch ein Gemeindeleben stattfinden, ohne die Hospiznutzer zu kompromittieren? 

Ich bin da sehr zuversichtlich. Die neuen Bewohner des Hauses werden sich schnell in der herzlichen Umgebung dieser Gemeinde wohl fühlen. 

Stellen Sie sich bitte einmal vor, es ist Weihnachten und Ihnen werden drei Wünsche erfüllt. 

Wie lauten Ihre Wünsche?

Z’erschtoang’scheitnSchweinsbratn‘, Semmiknödelun‘ Sauerkraut. Und a‘ scheens Weißbierd‘zua! 

Hoppla! Das waren ja vier! 

T’schuldigung, manchmal geht’s mit mir durch …

Und nun noch drei Konsumwünsche?

… die Frage hätte früher kommen müssen! 

Wenn morgen die Welt untergehen würde, was würden Sie heute noch machen?

Abseits von dem Essen?  … Für eine Runde „Mensch-ärgere-dich-nicht“ mit meiner Familie sind die Kinder noch zu klein … 

Also, dann würde ich einfach nur tief in meinem Herzen „Danke!“ sagen wollen für alles, was bereits war - und dann schauen, was der Tag so bringt. 

Und wer weiß, vielleicht geht die Welt ja gar nicht unter, sondern ‘rauf?  …?

Wir als Pfarrei sind auf alle Fälle froh, dass der Wind Sie zu uns geweht hat. Worauf möchten Sie Ihr Hauptaugenmerk in unserer Pfarrei lenken. Keiner kann alles immer gut. Wo wünschen Sie sich nächster Zukunft ihren Wirkungskreis? 

Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Jugendgruppen in unserer Pfarrei. Hier sind in allen Gemeinden so viele unterschiedliche und stark engagierte Gruppen, das macht mir echte Freude, so etwas zu sehen! Das ist nämlich alles andere als selbstverständlich! 

Übrigens: Falls Sie, die Leser:innen, zuhause einige von diesen Exemplaren („Junge Leute“) haben: Loben Sie sie! Hören Sie ihnen zu, auch wenn sie von fremden Lebenswelten erzählen, und tragen Sie ihre Sorgen und Nöte mit! Wir lernen voneinander.

Corona – Ein Gottesfluch?

Nein. Aber eine Gelegenheit, den eigenen Stolz, die Selbstgerechtigkeit, die falsche Sicherheit und Oberflächlichkeit wahrzunehmen und abzulegen. Mir meine Ängste wirklich einzugestehen, mich zu trauen, mit anderen darüber zu sprechen - und sie vor Gott zu bringen. 

Für mich ist diese Zeit als gläubiger Mensch die Gelegenheit, noch weiter das Vertrauen in Gott „einzuüben“, mich mit ihm ins Unbekannte zu wagen. Und die machtvolle Schöpfung zu achten!

In diesen Zeiten habe ich eines bemerkt: Seit dem Frühjahr letzten Jahres habe ich keinen oberflächlichen Small-Talk mehr erlebt! Dafür ist offensichtlich uns allen die Zeit zu schade geworden. Das ist eine gute Entwicklung, das sollten wir beibehalten. 

Und jetzt einmal ganz weltlich: Wo möchten Sie mit ihrer Familie gerne einmal Urlaub machen?

Ich liebe die Nordsee und die Alpen, und der Zwischenraum ist auch so schön …! ?

Wohin wird es Sie wohl niemals verschlagen?

Ich würd’s zwar gerne sehen wollen, aber an den Südpol werde ich wohl nie kommen.

Wenn Ihnen jemand eine Freude bereiten möchte, was muss die Person dann machen oder mitbringen?

Essen.

Vielleicht war diese Frage ja ein wenig indiskret, aber auch Sie haben einmal Geburtstag oder ein Jubiläum oder, oder, oder. Wir wissen jetzt aber was wir Ihnen bei Gelegenheit zukommen lassen dürfen.

Nur zu!

Zur letzten Frage: Was wünschen Sie unserer Pfarrei und den Gläubigen hier vor Ort?

Zunächst hoffe und bete ich, dass wir gut durch diese Zeit der Pandemie kommen. Nicht nur, dass wir die unmittelbaren Gefahren des Virus zu bestehen haben, auch Existenzängste, die wirtschaftlichen Belastungen und sozialen Verwerfungen bedrohen uns. Da bitte ich wirklich um Gottes Stärke, Kraft und Mut. Und kluge Besonnenheit.

Vor allem aber hoffe ich, dass sich uns allen immer wieder das zeigt, was unsere Religion eigentlich ausmacht: Pure Glaubensfreude und befreite Lebenslust!

Ich bedanke mich bei Ihnen für dieses nette und aufschlussreiche Gespräch und wünsche Ihnen im Namen der Pfarrei alle Liebe und Gute.

Danke auch, herzlich gern! 

Die Kolpingsfamilie Essen-Schönebeck in der Pandemie

Auch in schwierigen Zeiten aktiv

 

Die Kolpingsfamilie Essen-Schönebeck in der Pandemie

 

Adolph Kolping lebte von Dezember 1813 bis Dezember 1865. Zunächst absolvierte er eine Schuhmacher-Lehre, entschied sich dann aber für den Priesterberuf. Damals war die Industrialisierung auf dem Vormarsch und die Entwicklung der  Maschinen erlaubte eine billige Massenproduktion. Die Handwerksmeister jedoch konnten ihre gefertigten Waren nicht zu diesen Preisen anbieten. Auch die Situation der wandernden Handwerksgesellen verschlechterte sich durch diese gravierenden Veränderungen der Arbeitsbedingungen und durch die zunehmende Armut. Adolph Kolping sah die Verelendung der Handwerksgesellen und gründete in Köln den ´Katholischen Gesellenverein`. In diesem fanden die Gesellen soziale Unterstützung sowie allgemeine, politische und religiöse Bildung. Schnell verbreiteten sich seine Ideen weltweit und leben bis heute im Kolpingwerk weiter. 

 

Für Adolph Kolping waren Bildung, Zusammenhalt und Geselligkeit wichtige Grundpfeiler für individuelle Entwicklung und gesellschaftliche Veränderungen.

Auch die Schönebecker Kolpingsfamilie fühlt sich diesen Zielen seit nunmehr über 70 Jahren verpflichtet. 

 

Daher veranstaltet sie Informations- und Diskussionsforen für die Kolpinggeschwister und für stets gern gesehene Gäste donnerstags im Gemeindeheim St. Antonius Abbas. Dort berichten Referenten über Grundlegendes und Aktuelles aus ihren Fachgebieten der Politik, Wirtschaft, Industrie, Bildung, Religion usw.

Darüber hinaus ist die Kolpingsfamilie auch präsent bei Feiern auf Gemeinde- und Pfarrebene wie Fronleichnamsprozession, Erstkommunionfeier, Gemeindefest und laden am Erntedankfest zur Feier der Heiligen Messe und zum anschließenden Suppe-Essen ein. 

 

All diese gewohnten Aktivitäten sind wegen der SARS-CoV-2-Pandemie seit März 2020 auf Eis gelegt, die Kolpingabende konnten nicht mehr stattfinden und der persönliche Kontakt unter den Kolpinggeschwistern fiel weg. In der über Jahrzehnte gewachsenen Kolpingsfamilie bestehen jedoch viele freundschaftliche Bande, so dass erfreulicherweise die Einzelnen telefonischen Kontakt untereinander hielten und halten.

 

Es wurde aber zusätzlich nach einem Weg gesucht, alle Mitglieder auch in Zeiten von socialdistancing zu erreichen und um deutlich zu machen, dass diese Gemeinschaft weiter besteht und trägt.

 

An die Kolpinggeschwister und an die Förderer wurden daher Schreiben und Videos zu verschiedenen Themen und Anlässen verfasst wie Palmsonntag, Oster- und Pfingstfest, zum Josefschutzfest (welches dem Andenken des Hl. Josef als Schutzpatron der Kolpingsfamilien gilt), zum Erntedankfest, zu Weihnachten und zum Jahresbeginn 2021. Für die Advents- und Fastenzeit wurde an alle ein kleiner Kalender verteilt, der mit täglichen Impulsen die persönliche Vorbereitung auf das Weihnachts- und Osterfest unterstützte und bereicherte. 

 

Außerdem wurden Hinweise gegeben, wie und wo aktuelle Mitteilungen der Pfarrei und des Bistums zu finden sind und informierten regelmäßig über die Corona-Pandemie und kürzlich über die anstehenden Impfungen.

 

Hilfreich war, dass bereits im Jahr 2019 viele Mail- und WhatsApp-Kontaktdaten der Mitglieder und Förderer ausgetauscht wurden. Die Intention zur Erstellung dieser Liste war damals die Möglichkeit, zeitnah viele Personen informieren zu können, z.B. über Änderungen im wöchentlichen Programm. Aktuell sind mehr als Zweidrittel der Mitglieder und über die Hälfte der Förderer auf digitalem Wege zu erreichen. 

In dieser Zeit der notwendigen Einschränkungen - zum Schutz des Einzelnen und zum Schutz der Öffentlichkeit - hat die Kolpingsfamilie also mehrere Möglichkeiten der Information in Wort und Bild, die auch weiterhin genutzt werden und die alle sehr zu schätzen wissen. 

 

Neben Informationen soll auch etwas Zuversicht und Freude verbreitet werden. Die Reaktionen waren durchweg positiv. Es entstand der Eindruck, dass die Schreiben zu einem Austausch innerhalb der Kolpingsfamilie führten. Obwohl die Trennung schwerfällt und die Zeit lang werden kann, ergibt sich doch aus den Rückmeldungen viel Akzeptanz für die Situation, gepaart natürlich mit der Vorfreude auf ein Wiedersehen.

 

Wenn die notwendigen Beschränkungen gelockert werden können, werden alle das, was bis Anfang 2020 als „normal“ empfunden wurde, umso mehr genießen können. 

 

Wenn bei Ihnen, verehrte Leserin, verehrter Leser, Interesse an weiteren Informationen über Adolph Kolping und unsere Kolpingsfamilie besteht, würde sich der Vorstand über eine Kontaktaufnahme freuen: schuerks@arcor.de oder 0177 – 312 59 65 oder 0201 – 438 55 01.

 

Mit einem herzlichen TREU KOLPING

 

Ursula Schürks

 

Vorsitzende der Kolpingsfamilie Essen-Schönebeck



Missionsstickkreis St. Franziskus

Eine gute Idee - ein neue Gruppe in unserer Pfarrei

Missionsstickkreis St. Franziskus 

Am 2. Oktober 2020 fand im Pfarrheim von St. Franziskus die Gründungsversammlung des Missionsstickkreises St. Franziskus statt. Der Missionsstickkreis geht auf eine Idee seiner jetzigen Vorsteherin, Birgitta Keuter, zurück. Diese hat in den zurückliegenden Zeiten des Lockdowns ihre Freude am Sticken wiederentdeckt und dies im Freundeskreis kundgetan. Zahlreiche Freunde haben, dem Beispiel folgend, ebenfalls mit Sticken angefangen, so dass schnell der Gedanke aufkam, sich zu einem Kreis zusammenzuschließen und gemeinsam zu sticken. Im Rahmen der Gründungsversammlung wurde besprochen, vorrangig spirituelle Motive zu sticken, diese hiernach im Rahmen regelmäßiger Basare zu verkaufen und mit dem Erlös die Mission zu unterstützen. Unmittelbar nach Gründung des Missionsstickkreises machten sich dessen Mitglieder mit Feuereifer an die Arbeit. Der Missionsstickkreis trifft sich jeweils freitags um 20.45 Uhr im Pfarrheim St. Franziskus im Raum „Dr. Herbert Fendrich“, der nach dem langjährigen verdienten stellvertretenden Vorsitzenden des Kirchenvorstandes von St. Josef benannt worden ist. Birgitta Keuter ist zuversichtlich, noch in diesem Jahr – sofern es das Infektionsgeschehen zulässt – einen Basar mit den hergestellten Stickereien durchzuführen. Wir werden hierzu in der nächsten Ausgabe des Pfarrmagazins berichten. 

Oliver Schomberg

Die Kevelaer-Wallfahrtsgemeinschaft, Essen-Byfang e.V.

 „Wallfahrt Light“ zur Trösterin der Betrübten nach Kevelaer

 

Die Kevelaer-Wallfahrtsgemeinschaft, Essen-Byfang e.V.

 

Konnte die letztjährige Fußwallfahrt nach Kevelaer infolge der COVID-19-Pandemie bedauerlicherweise nur ‚virtuell‘ stattfinden, so ist der Vorstand momentan voller Hoffnung, die 184. Wallfahrt in diesem Jahr zumindest als „Wallfahrt Light“ durchführen zu können.

 

 

Gleichwohl wird es auch im Jahr 2021 keine 5-Tage-Fuß-Wallfahrt geben, wie sie seit ihrem Ursprung im Jahre 1837 bekannt ist. Dies ist momentan leider undenkbar. „Corona“ wird aller Wahrscheinlichkeit nach selbst im Juli noch kein gemeinsames Laufen, Beten und Singen von mehr als 150 Personen zulassen.

Geschweige denn eine gemeinsame Essensaufnahme von Jung und Alt in den Pfarrheimen und der Schulmensa, eine Übernachtung aller Teilnehmer in der Turnhalle in Rheinberg oder der Kinder und Jugendlichen im Priesterhaus in Kevelaer ermöglichen.

 

Schwierigkeiten dürfte es auch hinsichtlich der Buchung einer ausreichenden Anzahl von Hotelbetten im Wallfahrtort geben.

Es wird also in diesem Jahr eher auf eine „Alternative Wallfahrt“ hinauslaufen, deren Bausteine durchaus aber ein Gemeinschaftsgefühl und das Flair von Wallfahren vermitteln sollen.

 

 

Fest steht in jedem Fall: Am Sonntag, 04. Juli (um 13:00 oder 14:00 Uhr) wird eine eigene Pilgermesse im "Pax-Christi-Forum" in Kevelaer gefeiert. Dort dürfen sogar nach derzeitigem Stand 150 Personen zusammenkommen.

Darüber hinaus haben besteht noch die Idee, dass ggf. jeder selbst (oder in Kleingruppen) einen Tag zu Fuß nach Kevelaer pilgert (ob jetzt genau an dem Wochenende im Juli oder irgendwann im Sommer ist noch nicht klar) und dass dafür ein Pilger-Heft entworfen wird mit Texten und Liedern und ggf. auch ein Pilger-Pass, den man an einzelnen Stationen abstempeln lassen kann.

 

 

In den nächsten Wochen soll dazu ein Konzept entwickelt und in der Mitgliederversammlung vorgestellt werden, wie diese Wallfahrt ‚light‘ aussehen soll.

Für das Jahr 2021 sind im Übrigen noch folgende weitere Termine der Kevelaer- Wallfahrtsgemeinschaft, Essen-Byfang e.V. geplant:

 

 

Die „Mitgliederversammlung“ am 04.05., 19.00 Uhr, im Gemeindeheim Byfang, 

eine „Betstunde“ der Wallfahrtsgemeinschaft am 18. Juni, 18.00 Uhr, in der St.Barbara-Kirche in Byfang anlässlich des „Ewigen Gebetes“ vom 13.-19.06. auf der Ruhrhalbinsel sowie der „Besinnungstag/Einkehrtag“ am 06.11. nachmittags im Gemeindeheim Byfang.

 

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage  www.wallfahrt-byfang.de .

Bei Rückfragen melden Sie sich gerne bei Renate Hegh (Oberhauser Str. 97, Tel: 45 09 888), Vorstandsmitglied.

 

Bleiben Sie alle zuversichtlich und gesund,  

ihre Kevelaer-Wallfahrtsgemeinschaft, Essen-Byfang e.V.

 

Für den Vorstand

 

Rolf Brochhagen-Hecke

 

Die Gemeinschaft hält eine enge Kooperation zur Pfarrei St. Josef Frintrop in Essen. Seit jeher beteiligen sich Frintroper an der Byfanger Prozession und stellen ein beachtliches Kontingent an Pilgern. Das Wallfahrtskreuz in Oberfrintrop (Ecke Heilstraße und Frintroper Straße) erinnert an diese alte Tradition. (Anmerkung der Redaktion)